Frau Krafts Plan

14. Juni 2010

Noch während den Sondierungsgesprächen mit der FDP lehnte Hannelore Kraft weitere Sondierungsgespräche mit der CDU ab. Als dann auch die Ampel-Koalition scheiterte, entschied sich die SPD für die Opposition.

Ein wenig seltsam ist dieser Schachzug schon, denn rechnerisch ist mit Außnahme von Jamaika keine Koalition mehr möglich. Eigentlich wäre dies ein Anlass zu Neuwahlen aufzurufen, aber angesichts der desolaten Lage von Schwarz-Gelb und der unsicheren Zukunft der Linken findet sich wohl auch dafür im Paralament derzeit keine Mehrzeit – denn Neuwahlen könnten für diese Parteien Verluste bedeuten. Auch deswegen scheint die SPD Neuwahlen zumindest derzeit abzulehnen.

Die einzige Alternative wäre eine Minderheitenregierung – zumindest solange, bis Neuwahlen möglich wären.

zum Weiterlesen:
SPD hält sich Minderheitenregierung offen

Depp des Monats: Mai

01. Juni 2010

Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man mit Angriffen auf die Menschenrechte schnell und bequem einen “Depp des Monats” ergattern kann. So hatte nun auch Frankreich das Burka-Verbot auf den Weg gebracht.

Dennoch hat es für die begehrte Trophäe nicht gereicht. Denn im Gegensatz zu den Franzosen zeigte sich einer in diesem Monat besonders kreativ.

Aufgefallen ist der Kandidat zunächst mit seiner Kritik an jene, die das Grundgesetz achten und zu dessen Verteidigung vor Gericht treten. Anschließend legitimierte er das Töten in Kriegseinsätzen mit wirtschaftlichen Interessen. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen trat er, wie jemand, der kurz vor dem Verlassen des Fahrstuhls noch dick einen fahren lässt, als Bundespräsident zurück.

Herzlichen Glückwunsch zum Depp des Monats, Herr Köhler!

zum Weiterlesen:
Köhlers Rücktritt ist ein Dienst am Staat
Köhlers beleidigter Sofortausstieg ist respektlos

Aufgefallen: Das iPad

28. Mai 2010

Hintergrund: Seit heute gibt es das Apple iPad im deutschen Einzelhandel zu kaufen.

Ja genau, ich gebe 600 Euro dafür aus, dass ich im Straßencafe eine Onlinezeitung lesen kann. Die monatlichen 15 Euro für das mobile Internet nicht mitgerechnet. Das einzige was ich bei Tageslicht auf dem spiegelnden Display sehen werde ist mein dummes Gesicht.
Außerdem scheint es wohl auch keine sommerlichen Temperaturen zu vertragen, was zur automatischen Abschaltung des [Gerätes] führt.
Zu allem Überfluss lass ich mir dann auch noch Apple vorschreiben welche Software ich installieren darf.

Ein echtes Schnäppchen.
(MajorBarf auf meta.tagesschau.de)

zum Weiterlesen:
Apples iPad jetzt auch in Deutschland
Schlangestehen für das iPas
Endstation App-Store: Das iPad ist nur eine Fernbedienung

Furor Academicus: Wirtschaft

24. Mai 2010

Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Wirtschaft ist die Ader des Wohlstandes. Sie ist der Motor unserer Gesellschaft. Sie ist das Blut unserer Kultur. Viele vergessen dabei aber einen entscheidenden Punkt:

Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.

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Frankreich und die Burka

19. Mai 2010

Die Religionsfreiheit ist eines der elementaren Grund- und Menschenrechte. (Wikipedia)

Liberté, égalité, fraternité! Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Das waren einst die Werte der französischen Republik! Liest man an diesen Tagen Zeitung, ist nicht mehr viel davon übrig geblieben.

Wie eine Krankheit greift das Burka-Verbot um sich. Nach Belgien wurde nun auch Frankreich mit burkaphoben Angstattacken infiziert. Das Intolleranz-Thermometer zeigt 40 Grad. Ein Gesetz, welches das Tragen einer Burka verbietet, ist auf dem Weg.

Bleibt zu hoffen, dass das französische Parlament in seiner Rolle als Immunsysten dagegen stimmt. Sollte dieses Abwehrorgan ähnlich wie in Belgien versagen, gibt es nur noch das Verfassungsgericht um für Menschenrechte – wie Religionsfreiheit und Persönlichkeitsrechte – einzustehen.

zum Weiterlesen:
Französische Regierung bringt Burkaverbot auf den Weg
Kommentar: Sarkozy schürt mit Burka-Debatte Ressentiments

Furor Acamedicus: Demokratie

17. Mai 2010

Man nennt uns die Generation der Politik-Verdrossenen, allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Desinteresse an der Politik gibt es schon seit eh und je. Es lässt sich nicht alleine durch den Zufall erklären, dass die beiden Volksparteien eine Stammwählerschaft unter den Rentnern hat. Dahinter liegt System: „Hab ich immer gewählt, werde ich immer wählen.“ Das hat nichts mit Demokratie zu tun, sondern ist bestenfalls das Überbleibsel einer nationalsozialistischen Gehorsamkeitslehre: Pariere zur Obrigkeit, wähle das Establishment.
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Thailändischer Staatsterror

16. Mai 2010

Die Worte Terrorismus, Terrorist und terrorisieren wurden erstmals im 18. Jahrhundert zur Bezeichnung einer gewaltsamen Regierungsmaßnahme verwendet. (Wikipedia)

Wenn man in diesen Zeiten von Terroristen redet, muss man nicht nach Afghanistan, Islamisten, oder Bin Laden Ausschau halten. Wenn man Terror hautnah erleben möchte, dann gibt es eigentlich nichts besseres als eine Reise nach Bankog.

Dort ist es derzeit an der Tageordnung, dass das Militär auf seine eigene Bevölkerung schießt. Mehrere Tote sind bereits zu beklagen.

zum Weiterlesen:
Thailand: Mehrere Tote bei Machtkampf in Bangkok
Hoffnung auf Verhandlungen in Bankog
Wikipedia: Terrorismus

NRW Landtagswahl: Koalitionspoker

13. Mai 2010

Bisher ist es in Deutschland eine demokratische Gepflogenheit gewesen, dass derjenige, der die stärkste Fraktion führt, den Auftrag hat, die Gespräche einzuleiten. (Guido Westerwelle)

Es fällt in diesen Tagen schwer Prognosen über die kommende Regierung in NRW zu treffen. Myguete.de analysiert die Optionen:

Große Koalition: Da beide Fraktionen gleich viele Mandate im Landtag bekommen werden, haben theoretisch beide Fraktionen den Anspruch auf den Ministerpräsidenten. Und genau hier liegt das Problem. Die CDU ist stimmreichste Partei und leitet daraus ihren Anspruch auf den Posten ab. Gleichzeitig hat die SPD immer noch die Option mit den Linken zu koalieren. Warum sollte sie also den Posten an die CDU abtreten?

Rot-Rot-Grün: Für Frau Kraft die einzige sichere Variante um Ministerpräsidentin zu werden. Ob diese Koalition nur ein Druckmittel ist, oder tatsächlich zustandekommen wird, ist offen. Sollte sie stattfinden, ist die SPD nicht nur in Erklärungsnot, sie würde auch der Linken Tür und Tor für künftige Koalitionen öffnen. Die Linken könnten sich dann in Zukunft auf Stimmen der SPD-Wählerschaft freuen.

Ampel-Koalition: Zunächst signalisierte die FDP Gesprächsbereitschaft, doch als klar wurde, dass SPD und Grüne auch mit den Linken verhandeln wolle, zogen die Liberalen das Angebot ersteinmal zurück. Ob es doch noch auf den Tisch kommt, ist offen.

Jamaika-Koalition: Von den Grünen wurde dieses Bündnis vor der Wahl noch ausgeschlossen. Allerdings könnten Schwierigkeiten in der Regierungsbildung dafür sorgen, dass Jamaika doch noch in Erwägung gezogen wird.

zum Weiterlesen:
Rot-Grün lädt zu Gesprächen ein
Rot-Grün will reden
Hintergrund: Mögliche Koalitionen in NRW

NRW Landtagswahl: Nach der Wahl

10. Mai 2010

Ihr habt versagt, jetzt macht euch vom Acker! (Jürgen Rüttgers, 2005)

Die Wahl ist beendet. Hier die vorläufig amtlichen Ergebnisse:

  • CDU: 34,6%
  • SPD: 34,5%
  • Grüne: 12,1%
  • FDP: 7,6%
  • Linke: 5,6%
  • Sonstige: 6,5%

Eigentlich ist mit diesem Ergebnis nur eine, nämlich die große Koalition möglich. Allerdings überrascht, dass Frau Kraft den Linken noch nicht, wie Sigmar Gabriel, oder Silvia Löhrmann, die Absage erteilt hat. Geklärt werden muss auch, ob Jürgen Rüttgers im Falle eine großen Koalition Ministerpräsident bleiben soll.

zum Weiterlesen:
Keine klaren Mehrheiten in NRW
vorläufig amtliches Ergebnise der Landtagswahl

NRW Landtagswahl: Letzte Prognosen

05. Mai 2010

Traditionell dürfen in der Woche vor einer Wahl keine Meinungsumfragen durchgeführt werden. Es ist also an der Zeit die letzten Prognosen zu analysieren und die daraus resultierenden Konsequenzen unter die Lupe zu nehmen.

Mittelt man die Umfrageergebnisse der vergangenen Woche, erhält man folgendes Ergebnis:

  • CDU: 37%
  • SPD 34,3%
  • Grüne: 11,4%
  • FDP: 7%
  • Linke: 5,3%
  • Sonstige: 5%

Politisch mögliche Mehrheiten ergeben sich damit für

  • CDU + SPD = 71,3% (+3,4% durch Sonstige)
  • CDU + Grüne = 48,4% (+2,4% durch Sonstige)

Interessant könnte es werden, wenn die Linken es nicht in den Landtag schaffen. Dadurch könnten sowohl CDU + FDP, als auch SPD + Grüne eine Mehrheit erhalten. Ebenso könnten Überhangmandate für eine parlamentarische Mehrheit sorgen.

zum Weiterlesen:
NRW Landtagswahl: Strategisch Wählen
Wahlsystem Nordrhein-Westfalen
Kategorie: NRW Landtagswahl